HIV-Bluttests

HIV ist eine ernst zu nehmende Infektion, die nicht behandelt zu AIDS führen kann. Obwohl die Erkrankung unheilbar ist, ist bei rechtzeitiger Diagnose und Behandlung eine uneingeschränkte Lebensqualität möglich. Während früher ein Arztbesuch zur Abklärung nötig war, kann man heutzutage den HIV-Status einfach und diskret mit HIV-Bluttests für zu Hause abklären.

Hier erfahren Sie, was HIV bzw. AIDS ist, wie die virusbedingte Erkrankung verläuft und durch welche Symptome sie sich bemerkbar macht. Auch wann ein HIV-Bluttest sinnvoll ist und was das Testergebnis bedeutet, erfahren Sie hier.

Das HI-Virus und AIDS

HIV und AIDS wurden in den frühen 80er-Jahren bekannt, als die Pandemie mit mehr als 37 Millionen Infizierten weltweit zahlreiche Menschenleben forderte.

Die Abkürzung HIV steht für Human Immunodeficiency Virus. Dieses dringt in den Körper ein und greift folglich das Immunsystem an. Kann es sich unbemerkt vermehren, entsteht die Erkrankung namens AIDS (Acquired Immunodeficiency Syndrome).

Das HI-Virus in Zahlen

Seit Beginn der Pandemie haben sich Millionen von Menschen mit HIV infiziert. Hier eine Übersicht dazu: 

Weltweit

  • waren 2021 rund 38,5 Millionen Menschen HIV-positiv
  • wurden nur 75 % der Infizierten behandelt
  • starben bisher 40 Millionen Menschen an AIDS (Quelle: www.unaids.org)
  • starben 2021 rund 650.000 Menschen an AIDS (Quelle: de.statista.com

In Deutschland

  • lebten 2021 90.800 Menschen mit HIV
  • 8.600 der Infizierten wussten nicht um ihre Erkrankung
  • nahmen 96 % der HIV-Positiven Medikamente
  • starben 2021 rund 680 Personen an AIDS (seit Ausbruch der Pandemie 32.400)
  • erkranken 900 Personen jährlich an AIDS, weil ihre Infektion unbemerkt bleibt

Insgesamt infizierten sich 2021 in Deutschland rund 1.800 Personen neu mit dem HI-Virus (Quelle: www.rki.de).

Dank moderner Therapiemöglichkeiten ist HIV bzw. AIDS mittlerweile gut therapierbar. Unter Therapie ist auch eine Ansteckung nicht möglich, was eine normale Familienplanung erlaubt. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die HIV-Infektion früh genug erkannt und behandelt wird. 

So erfolgt die Übertragung von HIV

Generell ist das HI-Virus relativ schwer zu übertragen. Küssen, Händeschütteln sowie ein gemeinsamer Alltag bergen keine Ansteckungsgefahr. Eine ausreichende Virenlast gelangt vor allem bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr sowie Drogenkonsum in den Körper. Hier eine Übersicht:

Bisher ist keine Impfung gegen HIV verfügbar. Schutz vor Ansteckung bieten Kondome und regelmäßige Bluttests für zu Hause vor neuem Sexualkontakt. Für Risikogruppen ist auch eine Präexpositionsprophylaxe (PrEP; prophylaktische Medikamente) erhältlich.

Liegt ein Risikokontakt erst kurz zurück, kann man in Krankenhäusern die sogenannte Postexpositionsprophylaxe (PEP) erhalten. Diese 4-wöchige Medikamententherapie verhindert eine HIV-Infektion (Quelle: www.awmf.org).

Verlauf & Symptome einer HIV-Infektion

Eine durch das HI-Virus verursachte Erkrankung läuft in vier Phasen (5–15 Jahre) ab, die sich symptomatisch voneinander unterscheiden (Quelle: www.aidshilfe.de):

Akute HIV-Infektion

Die Viren vermehren sich von Anfang an. Ca. 3 Wochen nach Infektion kann sich die Erkrankung durch grippeähnliche Anzeichen bemerkbar machen:

  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Fieber
  • Durchfall, Übelkeit, Erbrechen
  • nächtliche Schweißausbrüche
  • Pusteln, Bläschen auf der Haut
  • geschwollene Lymphknoten (Achsel- und Halsbereich)

Diese Symptome nehmen meist nach 2–6 Wochen wieder ab. Weil diese Phase oft symptomfrei verläuft, bleibt die Infektion häufig unerkannt. Zu beachten ist außerdem, dass in dieser Phase noch nicht ausreichend Antikörper für die sichere Durchführung eines HIV-Bluttests gebildet wurden. Die Ansteckungsgefahr hingegen ist zu diesem Zeitpunkt extrem hoch.

Latente/symptomfreie Phase

In der Latenzphase versucht das körpereigene Immunsystem, das HI-Virus zu bekämpfen. Dieser Zeitraum (ca. 5 bis 10 Jahre) kann völlig symptomfrei ablaufen. Da im Blutbild aber schon Veränderungen bemerkbar sind, kann in dieser Zeit ein HIV-Bluttest für zu Hause bereits eine Infektion anzeigen.

Nach-Latenz-Phase mit allgemeinen Symptomen

Nach jahrelanger Symptomfreiheit zeigt das Virus nun weitere unspezifische Symptome:

  • leichter Gewichtsverlust
  • erhöhte Infektanfälligkeit
  • Durchfall
  • Nachtschweiß
  • Fieber
  • Hautveränderungen
  • Pilzerkrankungen

Spätestens bei diesen Symptomen ohne bekannte Ursache ist ein Bluttest auf HIV dringend zu empfehlen.

Schwerer Immundefekt: (Vollbild-)AIDS

Da sich das HI-Virus oft sehr unauffällig verhält, erfahren viele Betroffene erst sehr spät von ihrer Infektion. Zeigt sich die Erkrankung AIDS, ist das Immunsystem schon so geschwächt, dass es andere Krankheitserreger nicht mehr abwehren kann. Unter anderem treten diese Erkrankungen auf (Quelle: www.hivandmore.de):

  • schwere Herpes-Virus-Infektionen
  • Lungenentzündungen
  • Tuberkulose
  • Krebserkrankungen wie Kaposi-Sarkom oder B-Zell-Lymphom
  • schwere Pilz-, Viren- (Zytomegalie) oder Parasitenerkrankungen (Toxoplasmose)

Diese Erkrankungen können zwar in der Regel recht gut behandelt werden, aber es ist offensichtlich, dass das Immunsystem nicht einwandfrei funktioniert. Nur durch eine rechtzeitig begonnene HIV-Therapie kann man den Ausbruch von AIDS verhindern. Somit ist ein rechtzeitiges Erkennen der HIV-Infektion der wichtigste Faktor, um das Virus einzudämmen.

Für wen ein HIV-Bluttest geeignet ist

Prinzipiell ist der HIV-Bluttest für jeden geeignet, der seinen HIV-Status prüfen möchte. Auch vor jedem neuen Sexualkontakt ist die Abklärung auf eine HIV-Infektion empfehlenswert, um aktiv sowie passiv potenziellen Ansteckungen vorzubeugen.

Ein Bluttest auf HIV ist aber auf jeden Fall nach ungeschütztem Sexualverkehr mit vermutlichem Risiko notwendig. Vorteilhaft ist, dass HIV-Bluttests für zu Hause keinen Arztbesuch und keine Wartezeiten implizieren und außerdem diskret sind.

Darüber hinaus liefern HIV-Bluttests für zu Hause Ergebnisse innerhalb kürzester Zeit: Der autotest VIH®, der Exacto® HIV-Selbsttest oder der By Me™ HIV-Selbsttest zeigen Resultate innerhalb von 15 Minuten, der INSTI® HIV Selbsttest bereits nach einer Minute.

Wie funktioniert ein HIV-Bluttest?

HIV-Bluttests weisen in einem Tropfen Blut etwaige HIV-Antikörper nach. Diese bildet der Körper als Antwort auf eine HIV-Infektion. Obwohl auch schon zwischen der 3. und 6. Woche nach Ansteckung Antikörper nachweisbar sind, ist ein sicherer Nachweis durch einen HIV-Selbsttest erst nach 3 Monaten möglich. Da die Antikörperkonzentration in Speichel oder Urin geringer ist als in Blut, sind Bluttests auf HIV am zuverlässigsten.

Welche HIV-Bluttests für den Heimgebrauch gibt es?

Seit Oktober 2018 ist es möglich, den HIV-Status mit HIV-Bluttests für zu Hause abzuklären (Quelle: www.aerzteblatt.de). Durch den Fall dieser wichtigen Hemmschwelle erhofft man sich einen Zugang zu einer früheren Diagnose. 

Aktuell leben rund 8.600 infizierte Menschen in Deutschland, die nicht über ihre Infektion informiert sind und daher keine Therapie erhalten (Quelle: www.aids-stiftung.de). Unter anderem bieten diese Hersteller HIV-Bluttests für zu Hause an:

Was die Resultate des HIV-Bluttests bedeuten

Bei den meisten Bluttests für zu Hause erhält man das Ergebnis schon nach wenigen Minuten.

Ist der Test negativ, ist eine Infektion mit dem HI-Virus eher unwahrscheinlich. Nur dann, wenn der Zeitraum zwischen Risikokontakt und Testdurchführung (“diagnostische Lücke”) zu gering (< 3 Monate) ist, liegen die HIV-Antikörper eventuell noch unter der Nachweisgrenze und der Test ist falsch-negativ.

Liegt der Kontakt mehr als 3 Monate zurück und wurde der Test richtig durchgeführt, ist das negative Resultat mit hoher Wahrscheinlichkeit korrekt. Hier gilt es zu beachten, dass ein negatives Testergebnis nur die getestete Person betrifft, nicht jedoch den Sexualpartner. Daher sind von manchen Anbietern Partner-Kits wie der Exacto® HIV-Selbsttest erhältlich.

Ist das Ergebnis des HIV-Bluttests positiv, sollte umgehend ein Bestätigungstest beim Arzt durchgeführt werden, um ein falsch-positives Resultat auszuschließen. Nur eine von 13 Personen mit positivem Testresultat ist auch wirklich infiziert (Quelle: www.mpib-berlin.mpg.de). Bis zur Abklärung sollten jedoch etwaige Ansteckungssituationen vermieden werden. 

Wenn das Testergebnis nicht eindeutig ist, weil beispielsweise keine Linie erscheint oder die Kontrolllinie fehlt, muss der Test wiederholt werden.

Wie zuverlässig ist das Ergebnis des HIV-Bluttests?

Wie auch bei anderen Testverfahren gibt es auch beim HIV-Bluttest keine 100%ige Sicherheit. Folgende Gründe können zu falsch-positiven oder falsch-negativen Resultaten führen:

  • Testdurchführung in der diagnostischen Lücke (< 3 Monate nach Verdachtsfall)
  • fortgeschrittene Immunschwäche
  • Infektion mit seltener HIV-Variante
  • Testdurchführung während antiretroviraler HIV-Behandlung

Fazit

Trotz rückläufiger Zahlen ist das Thema HIV nach wie vor aktuell, weshalb bei Risikokontakten bzw. ungeschütztem Verkehr regelmäßig ein HIV-Test durchgeführt werden sollte. Während dies früher nur in Arztpraxen möglich war, sind seit 2018 HIV-Bluttests für die Selbstanwendung verfügbar.

Diese diskrete, komfortable Lösung erlaubt es, eine Infektion so rasch wie möglich zu erkennen. Nur eine frühe HIV-Diagnose führt zu rechtzeitiger Vireneindämmung, verhindert den Ausbruch von AIDS und stellt eine uneingeschränkte Lebensqualität sicher.

FAQ

Wie erkennt man, ob man HIV-positiv ist?

Eine HIV-Infektion verläuft oft recht unspezifisch und wird daher oft erst spät erkannt. Hinweise können Nachtschweiß, anhaltende Lymphknotenschwellungen oder Fieber ohne andere Ursache sein.

Warum soll man einen HIV-Bluttest durchführen?

Eine HIV-Infektion kann jahrelang symptomlos verlaufen. Nur eine frühe Behandlung sichert ein uneingeschränktes Leben und eine Weiterverbreitung. Ein Bluttest bringt rasch Klarheit.

Wie viel kostet ein HIV-Bluttest?

HIV-Tests für den Eigengebrauch kosten um die 30 Euro. Oft müssen auch noch Versandkosten hinzugerechnet werden.

Was bedeutet ein positiver HIV-Bluttest?

Ein positives Testergebnis muss immer durch einen ärztlich angeordneten Labortest überprüft werden. Nicht hinter jedem positiven Ergebnis steckt nämlich wirklich eine HIV-Infektion.

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